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Das WIE macht den Unterschied

  • 18. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Juni

Wie wir bei zukunftsfähig wirtschaften Zusammenarbeit verstehen und leben.



Tanzende Menschen sind die Puzzleteile für zukunftsfähige Zusammenarbeit
Tanzende Menschen sind die Puzzleteile für zukunftsfähige Zusammenarbeit

Zeit ist knapp. Aufgaben stapeln sich. Und irgendwo zwischen dem nächsten Termin und der unerledigten To-do-Liste stellt sich die Frage: Wozu jetzt auch noch darüber nachdenken, wie wir zusammenarbeiten? Es ist eine verständliche Frage — und es lohnt sich, sie zu stellen. Denn gute Zusammenarbeit passiert nicht einfach so. Sie braucht Aufmerksamkeit, Pflege und bewusste Gestaltung. Beziehungsarbeit ist eben auch Arbeit.


Viele Teams erleben es: Solange alles läuft, scheint Beziehungsarbeit optional. Doch früher oder später taucht sie auf – in Form von Reibungen, Missverständnissen, überlangen Meetings oder Prozessen, die irgendwie nicht mehr greifen. Dann wird die Zusammenarbeit zum Thema, ob man will oder nicht.


Die Frage ist nur: Wann und wie. Wir glauben: Aktiv und gezielt ist besser als reaktiv und unter Druck. Sich Zeit zu nehmen, um das WIE zu reflektieren und zu gestalten, spart unter dem Strich mehr Zeit, als es kostet. Und es stärkt das, was jede Organisation letztlich trägt: Vertrauen, Klarheit und echte Verbindung.



In dieser Geschichte zeigen wir Euch Beispiele aus unserem Arbeitsalltag, wie wir bei zukunftsfähig wirtschaften die Zusammenarbeit pflegen.



Ankommen, bevor es losgeht: Check-in


Wir beginnen Meetings mit einem bewussten Check-in. Das kann zwei Minuten Stille bedeuten, um ganz im Jetzt und bei sich anzukommen. Oder es bedeutet, dass jede Person kurz teilt, was sie gerade bewegt – wie es ihr geht, was sie beschäftigt, womit sie heute hergekommen ist.


Diese kleine Geste hat eine grosse Wirkung. Wenn das Team weiss, wie es jeder einzelnen Person geht, entsteht gegenseitiges Verständnis. Wir wissen, wer heute Kapazität hat und wer vielleicht etwas mehr Raum braucht. Wir schaffen einen vertrauensvollen und sicheren Raum. Niemand muss funktionieren und dabei verbergen, dass er oder sie gerade einen schwierigen Tag hat. Das schafft Menschlichkeit und paradoxerweise auch mehr Effektivität, weil wir uns wirklich begegnen, bevor wir arbeiten.



Füreinander sorgen: Buddy Teams


Bei zukunftsfähig wirtschaften bilden immer zwei Personen ein Buddy Team. Regelmässig nehmen sich die beiden Zeit, um über das zu sprechen, was in ihren Leben gerade Raum einnimmt — jenseits der Aufgaben und Projekte.


Die Idee dahinter: Manchmal fällt es leichter, auf die Bedürfnisse einer anderen Person zu achten als auf die eigene. Jemand anderen zu fragen «Ist es gerade zu viel?» – das gelingt oft leichter, als für sich selbst einzustehen und zu sagen: «Mir ist es gerade zu viel.» Die Buddy Teams schaffen einen geschützten Ort für genau diese Ehrlichkeit.



Im Rhythmus der Natur: Zyklen und Biorhythmus


Unsere Jahresplanung orientiert sich an den Zyklen der Natur – und das ganz bewusst.


  • Im Frühling erwacht die Energie, die Samen werden gesät: neue Ideen, neue Projekte.

  • Im Sommer erreicht die Energie ihren Höhepunkt, die Umsetzung ist in vollem Gang.

  • Im Herbst ernten wir die Früchte der Arbeit und ziehen erste Bilanz.

  • Der Winter lädt zur Stille, zur Reflexion und zur Rückbesinnung auf das Wesentliche ein — bevor die Visionskraft kurz vor dem Frühlingsbeginn wieder erwacht.


Gleichzeitig beachten wir den persönlichen Biorhythmus jeder Person. Wer im Einklang mit dem eigenen Rhythmus arbeiten kann, ist leistungsfähiger, gesünder und zufriedener – das zeigen sowohl Forschung als auch gelebte Erfahrung. Gute Zusammenarbeit bedeutet für uns auch Raum zu geben für unterschiedliche Rhythmen.



Von innen nach aussen wirken: Innere Entwicklung


Zukunftsfähiges wirtschaften beginnt nicht nur in Strukturen und Strategien – es beginnt in uns. Deshalb ist innere Entwicklung für uns ein integrales Element unserer Zusammenarbeit. Wir orientieren uns unter anderem am Inner Development Guide (IDG), der in Verbindung mit den Sustainable Development Goals entstanden ist.


Innere Entwicklung meint die bewusste Weiterentwicklung von inneren Dimensionen eines Menschen – also von Wahrnehmung, Denken, Gefühlen, Werten und Beziehungen – sodass Handeln, Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung nachhaltiger, resilienter und wirksamer werden.


Es geht nicht nur um Wissen oder Technik, sondern um Selbst‑ und Weltverständnis, Haltung und soziale Fähigkeiten, die komplexe Probleme besser handhabbar machen. Wer sich selbst kennt, kann besser mit anderen zusammenarbeiten. Wer eigene Muster

erkennt, handelt freier.


 

Worte, die verbinden: Eine neue Sprache entwickeln


Sprache formt Wirklichkeit. Wer Kunden «angreifen», Märkte «erobern» oder Konkurrenten «schlagen» möchte, denkt in Kategorien des Kampfes – und gestaltet seine Organisation entsprechend. Viele Begriffe der Wirtschaftssprache tragen militärische Wurzeln in sich.


Bei zukunftsfähig wirtschaften sprechen wir eine andere Sprache – eine, die auf Partnerschaft, Verbindung und echter Bedürfnisorientierung basiert, statt auf Druck, Wettbewerb und künstlich erzeugter Nachfrage.


Wir suchen nach Gemeinsamkeiten statt Feindbildern. Wir kommunizieren gewaltfrei. Wir setzen auf natürliche Entwicklung statt auf Beschleunigung und Wachstum um jeden Preis.



Was ist euer WIE?


Liebe Lesende, gute Zusammenarbeit ist kein Zufall. Welche Prinzipien leiten euch in eurer Zusammenarbeit? Welche Methoden oder Praktiken haben bei euch etwas verändert? Wir freuen uns auf den Austausch.

 
 
 

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